VORWORT

„Ich will dazu beitragen, dass wir den besten Köpfen beste Bedingungen bieten. Studierende, Ärzte und Spitzenwissenschaftler aus aller Welt sollen am BIH eine herausragende und international sichtbare Gesundheitsforschung betreiben können. Damit wird nicht nur die biomedizinische Forschung in Deutschland, sondern auch der Wissenschaftsstandort Berlin vorangebracht.“

 

Johanna Quandt, Stifterin der Stiftung Charité

 

 

Max Rubner gehörte zu jener goldenen Generation von Wissenschaftlern der Charité, die heute vor allem mit Namen wie Rudolf Virchow, Hermann von Helmholtz, Robert Koch, Paul Langerhans, Paul Ehrlich oder Emil von Behring verbunden wird. Max Rubner gilt in diesem Kreis herausragender Forscher bis heute als Pionier auf den Gebieten der Ernährungsphysiologie, der Hygiene und der Arbeitsmedizin. Als die Bundesregierung und das Land Berlin 2011 und 2012 Pläne entwarfen, um die Stärken der Lebenswissenschaften in der Hauptstadt zusammenzuführen und ihre internationale Sichtbarkeit zu erhöhen, dachte man auch an die Erfolge dieser Generation und das Ansehen der Charité zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Mit der Gründung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung und der Bereitstellung von zusätzlichen öffentlichen Mitteln in Millionenhöhe waren und sind die Hoffnungen verbunden, dass Berlin wieder zu einem weltweit führenden Standort der Lebenswissenschaften und der Medizin wird.  

Es war dieser Gedanke, für den sich auch die Enkeltochter von Max Rubner begeistern konnte: Johanna Quandt (* 1926, † 2015). Noch bevor die Gründung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung als dem neuen Verbund der Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin beschlossen war, sagte die Unternehmerin und Stifterin über die von ihr gegründete Stiftung Charité eine Zuwendung in Höhe von 40 Millionen Euro für den Fall zu, dass der Bund und das Land Berlin sich zu diesem wesentlichen Schritt zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts entscheiden sollten. Mit diesen Mitteln schnürte die Stiftung Charité ein Förderpaket zur gezielten Unterstützung beim Aufbau dieses Leuchtturms in den Berliner Lebenswissenschaften: die Private Exzellenzinitiative Johanna Quandt. Der Schwerpunkt lag und liegt dabei auf der Förderung von exzellenten Personen in allen Phasen der wissenschaftlichen Entwicklung.

Nach nunmehr gut fünf Jahren der Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt haben wir uns diesem Ziel deutlich angenähert. Mit Thomas Südhof, Edvard Moser und Brian Kobilka konnten drei aktuelle Nobelpreisträger für den Aufbau eines Labors in Berlin gewonnen werden. Mehr als ein Dutzend Preisträgerinnen und Preisträger des European Research Council zählt zu den Geförderten. Außerdem wurden Förderprogramme aufgelegt, die weit über Berlin hinaus Beachtung finden wie beispielsweise die Einstein BIH Visiting Fellows oder die Clinical Fellows, oder sogar als Erfolgsmodelle nachgebildet werden, so etwa die Clinician Scientists oder die Johanna Quandt-Professuren. Den eindrücklichsten Beleg jedoch dafür, dass Johanna Quandt mit ihrer Privaten Exzellenzinitiative eine große Wirkung entfaltet hat, sind die Geförderten mit ihren unterschiedlichen Profilen und Projekten. Ihre Köpfe bereichern die Lebenswissenschaften in Berlin schon heute. Ihre Ideen weisen in die Zukunft. Ihre Gesichter stehen für den Aufbruch.

Das Online-Portal FACES versammelt einige dieser Gesichter. Es lässt Geförderte aus den unterschiedlichen Förderprogrammen zu Wort kommen. Dabei haben wir besonders darauf geachtet, dass die Vielfalt der Geförderten berücksichtigt wird. So wie die Private Exzellenzinitiative Johanna Quandt noch nicht abgeschlossen ist, wird auch das Online-Portal FACES kontinuierlich um Gesichter erweitert. Es lohnt daher ein regelmäßiger Besuch der Seiten. Nun aber wünschen wir viel Freude beim Lesen der Reportagen, Interviews und Kurzportraits!

 

Dr. Jörg Appelhans und Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner

Vorstand der Stiftung Charité